Digitaler Datenputz 2026

Mitmachaktion für mehr Sicherheit, Transparenz und Ordnung in Ihren Datenbeständen

Warum lohnt sich ein Blick auf die eigenen Datenbestände? 

Die Digitalisierung hat das Gesundheitswesen effizienter, vernetzter und leistungsfähiger gemacht. Gleichzeitig entstehen täglich große Mengen sensibler Daten, die sicher gespeichert, verwaltet und geschützt werden müssen. Werden Informationen über Jahre hinweg ungeordnet abgelegt oder nicht mehr benötigte Zugänge und Dateien nicht konsequent bereinigt, können daraus Sicherheitsrisiken, Datenschutzprobleme und unnötige Belastungen für den Arbeitsalltag entstehen.

Im Interview mit Dr. Sara Elisa Kettner sprechen wir darüber, welche Folgen unstrukturierte Datenbestände für Gesundheitseinrichtungen haben können, warum ein systematisches Datenmanagement wichtig für Sicherheit und Patientenvertrauen ist und wie der Digitale Datenputz 2026 Organisationen dabei unterstützt, digitale Altlasten zu identifizieren und nachhaltig zu beseitigen.

Im Gesundheitswesen entstehen täglich enorme Mengen sensibler Daten.
Warum wird ein systematischer Umgang mit diesen Informationen immer wichtiger? 

Insbesondere weil diese Daten besonders schützenswert sind. Hierzu zählen Patientenakten, Diagnosebilder oder sensible Abrechnungsunterlagen, die sich mit der Zeit ansammeln. Die Digitalisierung hat enorme Vorteile für den Gesundheitssektor und die Patientenversorgung. Das steht außer Frage. Schwierig wird es jedoch immer dann, wenn kein systematischer Umgang mit den Datenmengen gewährleistet ist und bspw. „Altlasten“ für Datenschutz- oder Sicherheitsrisiken sorgen. Allein 2025 wurden von deutschen Datenschutzbehörden 249 Bußgelder für Datenschutzverstöße verhängt und 10.259 Datenpannen gemeldet, wobei die Dunkelziffer unbekannt bleibt. Wer weniger Daten hält, schützt die Menschen, deren sensible Gesundheitsinformationen anvertraut wurden.

Welche Risiken entstehen für Versorgung, Sicherheit und Vertrauen, wenn Datenbestände unübersichtlich wachsen? 

Ein erheblicher Teil der Sicherheitsrisiken entsteht nicht durch spektakuläre Hackerangriffe von außen, sondern durch veraltete, vergessene oder falsch abgelegte Daten im eigenen Haus. Wir hören von Gesundheitseinrichtungen häufig von freigegebenen Cloud-Links zu Behandlungsunterlagen, die niemand deaktiviert hat, Befunden in unsortierten Scan-Ablagen sowie ehemalige Mitarbeitende oder externe Dienstleister mit fortbestehendem Zugriff auf interne Dateien. Im Klinikkontext bedeutet ein Sicherheitsvorfall im Ernstfall eine Gefahr für Patient:innen. Zudem kostet ein Datenleck, laut IBM-Untersuchungen, Unternehmen in Deutschland im Schnitt 3,87 Millionen Euro pro Vorfall und ist somit ein finanzielles Risiko, das im Gesundheitswesen durch den Vertrauensverlust bei Patient:innen noch verstärkt wird. [Quelle: IMB]

Welche Auswirkungen können veraltete, doppelte oder unstrukturierte Daten auf Prozesse im Gesundheitswesen haben? 

Sie erschweren die tägliche Arbeit erheblich. Liegen z. B. dieselben Daten auf mehreren Laufwerken, vervielfacht sich das Risiko im Fall eines Datenlecks und es wird unklar, welche Version eines Dokuments tatsächlich noch gültig ist. Zusätzlich gibt es immer wieder Probleme bei der Nachvollziehbarkeit von Zugriffen. Bspw. wenn diese nicht lückenlos oder manipulationssicher protokolliert sind.

Was sind Lösungsansätze, um die Risiken zu minimieren? 

Neben rein technischen Maßnahmen wie Verschlüsselung, differenzierten Zugriffsrechten oder Zwei-Faktor-Authentifizierung braucht es vor allem einen organisatorischen Grundsatz: Wer weniger und dafür aktuelle, korrekt abgelegte Daten hält, reduziert die Angriffsfläche von vornherein. Genau hier setzt der Digitale Datenputz der Corporate Digital Responsibility-Initiative an. Die jährliche Aktion motiviert Mitarbeitende, ihre Daten in E-Mail-Postfächern, auf der Festplatte und in der Cloud aufzuräumen. Konkret geht es dabei um das Löschen veralteter Patient:innen- und Kontaktlisten, das Deaktivieren nicht mehr benötigter Cloud-Links zu Behandlungsunterlagen, das Entfernen von Zugangsdaten zu Patientenverwaltungssystemen sowie das Prüfen, wer noch Zugriff auf Ordner mit Befunden, Diagnosebildern oder Abrechnungsunterlagen hat.

Was sind die Rahmenbedingungen des Digitalen Datenputzes? 

Der Digitale Datenputz 2026 findet zum vierten Mal statt und läuft im Aktionszeitraum vom 14. bis 18. September 2026. Die Teilnahme ist dabei flexibel und modular. Organisationen entscheiden selbst, wann und wie intensiv sie putzen. Die Geschäftsstelle der CDR-Initiative stellt zur Vorbereitung und Durchführung verschiedene Materialien bereit, darunter unsere bewährten Checklisten mit hilfreichen Umsetzungstipps. Es gibt keine Verpflichtung, alle Module umzusetzen oder Datenmengen zu messen. Die Umsetzung liegt vollständig bei der jeweiligen Organisation und kann individuell an die eigenen Systeme, Sprache und Prozesse angepasst werden. Anmeldeschluss ist der 04. September 2026.

Anmelden & mitmachen

Werden Sie Teil des Digitalen Datenputzes 2026 und setzen Sie gemeinsam mit der Gesundheitsbranche ein Zeichen für verantwortungsvolle Digitalisierung.

Melden Sie sich bis zum 04.09.2026 an und kontaktieren Sie uns!

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Verfasser

Dr. Sara Elisa Kettner

Dr. Sara Elisa Kettner
Leiterin der Geschäftsstelle | CDR-Initiative

Sara Elisa Kettner ist Leiterin der Geschäftsstelle der CDR-Initiative des BMJV und begleitet Organisationen seit acht Jahren im ...